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Nauru Artikel
Die Republik Nauru (Naoero, Republic of Nauru) ist der kleinste Inselstaat der Welt.
Er liegt in dem Pazifischen Ozean und besteht aus der gleichnamigen Koralleninsel, die zur Inselwelt von Mikronesien (nicht zu verwechseln mit dem Staat Mikronesien) gehört, sowie dem zu dem Staat gehörenden Hoheitsgewässer, in dem Umkreis von 12 Seemeilen.
Die Einwohner konnten lange Zeit vom Abbau der reichen Phosphat-Bestände leben; als diese zur Neige gingen, zeigte sich, dass der Staat und die meisten Bürger die Gewinne nicht zukunftssicher investiert hatten. Nauru, das zur Zeit des Phosphat-Abbaus noch das höchste Pro-Kopf-Einkommen global vorweisen konnte, verarmt nachdem vollständigen Abbau der einzigen Ressource zunehmend. Der Staat steht nach Gläubigerforderungen vor dem Bankrott.
Buch-Tipp: Das Buch vom Tee. Sonderausgabe. Der fernöstliche Diwan Der Vergleich der östlichen und westlichen Kunstauffassung in einer Zeit, in der immerhin die japanische Kultur dem Autoren noch ziemlich unverfälscht bekannt gewesen sein dürfte ist für sicherlich von besonderem Wert. Auch ist die Durchdringung des kulturellen Schaffens durch Religion und Philosophie hier deutlich dargestellt,... | |
Das Wort "Nauru" stammt aus dem Nauruischen Anáoero, was soviel bedeutet wie "Ich gehe an den Strand". Auch heute bezeichnen die Nauruer ihre Insel noch "Naoero". Die englischen Kolonisten nannten die Insel "Pleasant Island" oder "Shank Island", die deutschen Kolonialisten nannten sie "Nawodo" oder "Onawero", woraus es sich bis in die 1960er-Jahre in "Nauru" wandelte.
Buch-Tipp: Das magische Baumhaus (Bd. 15): Insel der Wikinger Der Angriff Anne und Philipp landen auf ihrer Baumhausreise auf einer irischen Insel bei den Mönchen. Ein Mönch ist gerade dabei, ein sehr wertvolles Buch zu schreiben. Doch dann greifen die Wikinger an und wollen das Buch stehlen. Anne und Philipp wollen helfen und verstecken sich mit dem Buch auf einem Schiff. Schnell noch die Leinen losgemacht... |
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Buch-Tipp: Der Fürst "Wer die Ursache für die Macht eines anderen ist, richtet sich selbst zugrunde" Kaum ein Klassiker spaltet die Leserschar so sehr wie Nicolo Machiavellis Schrift "Il principe - Der Fürst". Je nach Betrachter wird das Werk als Bibel der modernen Managementkultur gefeiert oder wegen seiner rücksichtlosen Verherrlichung der Machtpolitik verteufelt.... |
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Die Herkunft des nauruischen Volkes ist bis heute nicht geklärt. Sie kann möglicherweise aus der letzten malayo-pazifischen Völkerwanderung (etwa um 1200 n. Chr.) erklärt werden. Wahrscheinlich waren es seefahrende oder schiffbrüchige Polynesier, die sich niederließen, denn eine Urbevölkerung gab es nicht.
Als europäischer Entdecker Naurus gilt der britische Captain John Fearn , der die Insel 1798 besuchte. Wegen ihres attraktiven Aussehens nannte er sie "Pleasant Island" (angenehme Insel), und diesen Namen behielt sie für die nächsten neunzig Jahre, als Großbritannien die Insel in Besitz nahm. In dem 19. Jahrhundert war Nauru ein berüchtigter Stützpunkt ausländischer See- und Strandpiraten.
In Nauru lebten damals zwölf Stämme: die Deiboe, Eamwidamit, Eamwidara, Eamwit, Eamgum, Eano, Emeo, Eoraru, Irutsi, Iruwa, Iwi und Ranibok. Sie sind heute in dem zwölfzackigen Stern der Staatsflagge verewigt, ihre Nachkommen leben noch stets auf Nauru, ordnen sich aber nicht mehr dem Stamm, sondern dem Distrikt zu, im sie wohnen. Eine Besonderheit ist der Stamm Iruwa, der ursprünglich von den Gilbertinseln stammt, also nicht gebürtig nauruisch ist. Weitere Ausnahmen bilden die Stämme Irutsi und Iwi, von denen es keine Nachkommen gibt. Sie sind vermutlich während der Besetzung Naurus durch Japan in Chuuk ausgestorben. Dass dabei ausgerechnet diese zwei Stämme ausstarben, ist Zufall.
Buch-Tipp: Der Graf von Monte Christo. Ein Klassiker Der Graf von Monte Christo ist ein Klassiker, der in keiner Bibliothek fehlen sollte. Die Geschichte ist wohl jedem Bekannt und doch fasziniert sie stets wieder auf's Neue. In Dumas' Werk ist einfach alles zu finden. Liebe, Verrat, Rache, Vergebung. Abenteuer und geschickt gesponnene Intrigen lassen einen nie in Langeweile verfallen.... |
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Die nun einsetzende europäische Einwanderung, vorwiegend britische Emigranten, blieb nicht ohne Folgen für die einheimische Bevölkerung: Bis dahin unbekannte Krankheiten brachten vielen Nauruern den Tod. Zwischen 1878 und 1888 kam es außerdem mehrfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen verfeindeter Clans, ausgelöst durch Intrigen europäischer Siedler. Diese Kämpfe führten beinahe zur Ausrottung der nauruischen Bevölkerung.
Die Konflikte konnten erst beigelegt werden, nach dem Nauru 1888 von Deutschland erworben wurde und zu dem deutschen Protektorat der Marshallinseln annektiert wurde. Deutschland erwarb Nauru vor allem aus strategischen Gründen, um die deutsche Vormachtstellung in dem Pazifik zu festigen. Die Insel war zu dieser Zeit eine Monarchie und wurde von einem König regiert, der von den Stammeshäuptlingen ausgewählt wurde. Die damals regierenden Monarchen Auweyida und Eigamoiya wurde nach der Inbesitznahme durch Deutschland zusätzlich als Oberhäupter akzeptiert. Nauru gehörte bis 1920 zu Deutsch-Neuguinea. Die deutsche Verwaltung errichtete während dieser Zeit einige Missionarstellen zur Christianisierung der Insel sowie breite, wohlgepflegte Wege, die die saubergehaltenen Siedlungen verbanden. Um 1920 wurden erstmals Spuren von Totemismus nachgewiesen. Von den ursprünglich 168 Dörfern existierten damals noch 110.
1900 wurden die auf 42 Millionen Tonnen geschätzten Phosphatvorkommen entdeckt, wobei diese Schätzung wohl weit untertrieben war. Die Phosphate aus Nauru wurden "Nauruit" genannt, da sie ein eigentümliches Aussehen hatten und außerdem Fluor enthielten.
Buch-Tipp: Der Heros in tausend Gestalten. Grandioses Werk in leicht uneleganter Übersetzung Zu Joseph Campbells großartigem Mythenpanorama haben meine Vorredner eigentlich schon alles gesagt: "Der Heros in tausend Gestalten" ist ein faszinierender Einblick in die Grundlagen menschlichen Fabulierens, und schafft es sogar noch, nebst tiefenpsychologischer Deutung auch einige Anreize zu dem Nachsinnen... |
Nauru während des 1. Weltkrieges | |
Im Ersten Weltkrieg wurde Nauru von Australien besetzt, das es nachdem Krieg in dem Auftrag Großbritanniens und Neuseelands als Mandatsgebiet verwaltete. 1900 wurden die großen Phosphatvorkommen entdeckt. Australien sicherte sich danach die Rechte am Abbau, wobei die australischen Verwalter den nauruischen Häuptlingen umgerechnet ein paar wenige Euro dafür bezahlten.
1919 wurde der Angam Day verkündet, der Tag, an dem die nauruische Bevölkerung 1.500 Personen umfasst hatte. Es wurde verkündet, dass mindestens 1.500 Nauruer leben müssten, um die nauruische Bevölkerung von der Angst des Aussterbens zu befreien. 1932 wurde der Angam Day gefeiert.
Buch-Tipp: Die Gedichte Vollendete Schönheit. . . Wenn ich ca. ein Buch auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, wäre es dieses.
Dieser Mann war ohne Frage begnadet! Ich kenne keinen anderen Dichter, der es wie Rilke verstanden hat, die deutsche Sprache zur Perfektion zu bringen und mit seinen Worten sprachliche Schönheit, Weisheit und Demut zu einem vollkommenen Kunstwerk... |
Nauru während des 2. Weltkrieges | |
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war Nauru nicht involviert. Es wurde zunächst von deutschen Kriegsschiffen beschossen, am 8.12 1941 jedoch kam die Nachricht über den japanischen Angriff auf Pearl Harbor an. Während der vorangegangenen Woche bombardierte eine japanische Flugmaschine die Telegrammstation der Insel. Man hörte in Nauru, dass die Japaner schneller vorankommen als erwartet, auf Grund ihrer Besetzung der benachbarten Gilbertinseln. Viele ausländische Bewohner Naurus begannen sich unwohl zu fühlen.
Die Britischen Phosphatbeauftragten entschieden, es wäre das Beste, die Insel zu evakuieren. Das französische Kampfschiff Le Triomphant segelte von den Neuen Hebriden und legte in Nauru an und nahm 61 Europäer, 391 Chinesen und 49 Mitglieder der Militärgarnison an Bord. Die übrigen 191 Europäer blieben zurück, welche hofften, später ebenfalls evakuiert zu werden, was jedoch nie geschah.
Am 26.08 1942 landeten 300 Soldaten des mit Hitler verbündeten japanischen Kaiserreiches auf Nauru, obwohl diese später erwartet wurden. Sie nahmen umgehend die übrigen Europäer fest und machten sie zu Gefangenen. Die etwa 1.850 gebürtigen Nauruer mussten den Invasoren Nahrung zubereiten. Eine Anzahl Verteidigungskanonen wurde an der Küste errichtet, dazu viele Bunker entlang der Küste und an strategisch wichtigen Punkten in dem Inselinneren sowie ein unterirdisches Spital.
Später begannen etwa 1.500 japanische und koreanische Arbeiter mit der Errichtung eines Flugplatzes. Weitere 300 Nauruer und Kiribatier unterstützten die Arbeiter. Die Rollbahn des Flugplatzes wurde in dem Januar 1943 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Dieser Flugplatz ist heute der Nauru International Airport.
Obwohl Experten aus Japan versuchten, den Phosphatabbau wiederaufzunehmen, wurde dieses Unterfangen wieder aufgegeben und Nauru blieb ein wichtiger Standort in dem japanischen Verteidigungssystem in dem Pazifik. Amerikanische Flugzeuge bombardierten Nauru am 25. März 1943, wodurch 15 japanische Flugzeuge zerstört und der Flugplatz beschädigt wurden. In Folge dessen exekutierten die Japaner fünf britische Gefangene.
Die US-Luftangriffe verursachten einen Unterbruch der Nahrungslieferung zur überbevölkerten Insel, was den japanischen Kommandant dazu zwang, 1.200 Nauruer und zwei Missionare in Arbeitslager nach Truk und andere Inseln der Karolinen zu deportieren. Dort starb mehr als ein Drittel an Unterernährung und bakteriellen Krankheiten; lediglich 737 Nauruer kehrten in dem Januar 1946 zurück. Nachdem die Bevölkerung Naurus vorübergehend stark zurückgegangen war, gab es 1949 einen weiteren Angam Day.
Die Zustände auf Nauru waren streng. Torpedierte Versorgungsschiffe und anhaltende Luftangriffe machten das Überleben von Erwerbsmitteln abhängig. Bis zu dem Ende des Kriegs verhungerten etwa 300 Japaner; viele griffen zu dem Kannibalismus, um zu überleben. Niedrige Moral und die Isolation dämpfte die Gemüter der Japaner. Die japanische Auslieferungserklärung Naurus geschah am 13.09 1945 an Bord des australischen Kriegsschiffs HMAS Dimantina. 3.745 Japaner und Koreaner kehrten in ihre Heimat zurück; einige Japaner wurden vor das Kriegsverbrechentribunal wegen Exekution europäischer und nauruischer Gefangener gestellt.
Buch-Tipp: Die Geschichte von Mutter und Vater Eine bewegende Geschichte über Menschen, die ihr Leben religiös interpretieren ohne Strenge und dabei einen Lebenssinn finden Edvard Hoem ist als Schriftsteller, Theaterregisseur und Shakespeare-Übersetzer in Norwegen in der Literatur- und Kulturszene ein fester Begriff. Schon 1974 , als er seinen ersten Roman vorlegte, der unter dem Titel "Fährfahrten... |
Unabhängigkeit und Reichtum | |
Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Nauru wieder an Australien zurück. 1947 bewilligte die UNO Australien die Kontrolle über die Insel als UN-Treuhänderschaft , welche von Großbritannien, Australien und Neuseeland verwaltet wurde. Am 18.12 1951 erhielt Nauru weitgehende Autonomie und die nun politisierte Regierung ernannte Oberhäuptling Timothy Detudamo zu dem Regierungsvorsitzenden.
Nachdem Raymond Gadabu von 1953 bis 1955 dieses Amt übernahm, arbeitete Hammer DeRoburt als Regierungsvorsitzender streng in Richtung Unabhängigkeit; ab 1966 hatte Nauru ein großes Maß an Selbstverwaltung. Auf den 31.01 1968 hin erhielt Nauru von der UNO und Australien die politische Unabhängigkeit und völkerrechtliche Souveränität als Republik zugesprochen; erster Präsident wurde DeRoburt. Er blieb für lange Zeit Präsident, wurde dann aber vom jungen Bernard Dowiyogo abgelöst. Dowiyogo machte sich international bemerkbar, indem er die Atomversuche Frankreichs scharf kritisierte.
Vom Phosphatabbau profitieren konnte Nauru selber erst seit 1970, als die Nauruische Phosphatgesellschaft gegründet wurde und die britische Gesellschaft übernahm. Seitdem wurde täglich mit mechanischen Greifern das Phosphat vom Kalkboden abgekratzt und über Transportbänder und eine Schmalspurbahn auf die vor dem Riff ankernden Schiffe in Aiwo verladen; jährlich etwa 2 Millionen Tonnen. Übrig blieb eine öde, unbewohnbare Mondlandschaft aus Korallenresten und Geröll, und ein 150 bis 300 Meter breiter bewohnbarer Küstenstreifen. Der australische Bund hat Nauru bereits eine der Queensland vorgelagerten Inseln angeboten, bislang hat die Regierung aber abgelehnt; damit wäre auch der Verlust der politischen Unabhängigkeit verbunden.
Nauru verklagte Australien beim Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen der Ausbeutung des Phosphats vor der Unabhängigkeit. Am 9.08 1993 sagte Australien 107 Millionen Dollar zur Renaturierung Naurus zu. Das Renaturierungsprogramm enthielt unter anderem die Auffüllung der Korallenruinen, die nachdem Phosphatabbau übrig geblieben waren, mit importiertem Humus. Zu dem Teil wachsen auch schon wieder viele Pflanzen aus der Korallenlandschaft, aber wegen der doch großen Fläche wurde das Vorhaben wieder aufgegeben und das Geld wurde für die weitere Modernisierung der Infrastruktur benutzt. Nauru verzichtete damals in dem Gegenzug darauf, seine Klage gegen Australien beim Internationalen Gerichtshof (IGH) weiterzuverfolgen.
Am 9.10 1997 schloss die Regierung einen Vertrag mit dem Internationalen Diabetesinstitut (IDI) über ein Langzeitprojekt zur Diabetesforschung ab. Der Vertrag beinhaltet, dass sich Nauruer für einen Zeitraum von 20 Jahren für genetische Behandlungen zur Verfügung stellen und dass der Staat an wirtschaftlich verwertbaren Ergebnissen der Studie beteiligt würde. Am 1.05 1999 wurde die Republik Nauru Vollmitglied beim Commonwealth, am folgenden 14.09 wurde sie Vollmitglied der UNO.
Buch-Tipp: Die Insel-Trilogie Bd. 2: Nächte des Sturms: Bd 2 schön märchenhaft Dieses Buch hat von allem etwas: Humor, Romantik, Fantasie und auch Tragik. Beim Lesen wurde ich von unterschiedlichen Emotionen bewegt. Es ist eine sehr schoene Geschichte. Ich werde wohl auch den ersten und dritten Teil der Trilogie lesen. |
Korruption und Finanzkrise |
Jubiläumsbriefmarke der Bank of Nauru mit dem Logo links und der Bank in Aiwo rechts
Im Januar 2000 stellten die Deutsche Bank und Bankers Trust, die global Geld transferieren, sämtliche US-Dollar-Zahlungen an die nauruische Zentralbank (Bank of Nauru) ein. Auch die G8 erwogen Sanktionen gegen die Steueroase wegen Geldwäsche der russischen Mafia und südamerikanischer Drogenkartelle. Nauru hatte sich Ende der 1990er-Jahre zu einem Paradies für internationale Drogenhändler und Geldwäsche entwickelt. Wie das amerikanische Außenministerium Anfang März 2 Tausend in seinem Jahresbericht zur Kontrolle des Drogenhandels feststellte, nutzen vor allem Mitglieder der russischen Mafia Nauru zu dem Waschen von Geld aus dem Drogenhandel. Nach Angaben der russischen Zentralbank sind in dem Jahr 1999 rund 80 Milliarden US-Dollar durch Banken in Nauru, meist Briefkastenfirmen, geflossen. Der Inselstaat hatte sich als Steuer- und Finanzparadies etabliert und wurde ca. noch von den britischen Kaimaninseln übertroffen, was die Zahl der Finanzinstitutionen pro Kopf der Bevölkerung angeht. Doch während es auf den Kaimaninseln regulatorische Mechanismen zur Eindämmung des illegalen Geldflusses gab, fehlte auf Nauru jegliche Kontrolle. Die Vereinigten Staaten von Amerika verlangten darum von Nauru die Einführung eines Anti-Geldwäsche-Gesetzes nach internationalem Standard. Auf weiteren Druck der UNO ließ Nauru die Geldwäscherei unterbinden, auch wenn sie für Nauru eine lohnende Einnahmequelle war. Am 19.04 2002 veröffentlichte die OECD eine neue schwarze Liste der Staaten, die schädliche Steuerpraktiken dulden; mitaufgeführt auf dieser Liste ist auch Nauru. Seit Mai 2004 steht Nauru nicht mehr auf dieser Liste. Auf der Schwarzen Liste unkooperativer Staaten in Bezug auf Geldwäscherei der FATF ist Nauru jedoch noch eingetragen. In dem September 2004 wurden neue Gesetze gutgeheißen, um von der Liste gestrichen zu werden.
Seit dem Tod DeRoburts bis in die Gegenwart ist die politische Situation sehr instabil: Viele Misstrauensvoten und häufig wechselnde Präsidenten sowie unterschiedlichste Ansichten in dem Parlament bezüglich der Verwendung des großen Reichtums ließen die finanzielle Lage außer Kontrolle geraten. Die Situation spitzte sich zusätzlich zu, als das Phosphat zur Neige ging: Zwischen 1999 und 2003 gab es eine Serie von Misstrauensvoten und Wahlen, nach denen René Harris und Bernard Dowiyogo das Land für verschiedene Perioden führten. Dowiyogo starb während seiner Amtszeit am 10. März 2003 in Washington D.C. an Diabetes; sein Nachfolger Derog Gioura erlitt eine Herzattacke. Ludwig Scotty wurde am 29.05 2003 als neuer Präsident gewählt, und es schien damals durchaus möglich, dass die Jahre der politischen Instabilität zu Ende gingen. Indes gab es in dem August 2003 eine erneute Misstrauens-Abstimmung. Harris gewann an Unterstützung zurück und wurde wieder zu dem Präsidenten gewählt. Am 22.06 2004 erlangte Scotty die Präsidentschaft wieder, nach dem Harris durch ein erneutes Misstrauensvotum abgesetzt wurde. Kinza Clodumar, einer der Minister unter Harris, stimmte dabei gegen Harris und bewirkte dadurch dessen Abwahl. Clodumar Begründung für den Seitenwechsel war, dass er die von Harris angedrohte Auflösung des Parlaments abwenden wollte. Er wurde von Scotty als Zeichen der Anerkennung zu dem Finanzminister wiederernannt.
2001 richtete die Regierung unter Harris das Nauru Detention Centre ein, um nachdem Ende des Phosphatabbaus dem wirtschaftlichen Kollaps entgegenzuwirken. Die australische Regierung unter John Howard lässt hier Flüchtlinge festhalten und bezahlt Nauru dafür sehr großzügig. Jedoch führte dieser Umstand zu heftigen Protesten seitens der Opposition und der Bevölkerung: Demonstranten brannten 2003 das State House, die Residenz Harris', nieder. Am 23.04 2004 gab es Demonstrationen auf dem Flughafen, als Harris zu Verhandlungen nach China fliegen wollte. Bei diesen Protesten waren auch einige Parlamentarier der Oppositionspartei Naoero Amo zugegen, die dafür mit 14 Jahren Haft bestraft wurden. Diese Haftstrafen wurden mit dem Amtsantritt Scottys widerrufen. In dem Mai 2004 starteten einige australische Menschenrechtsaktivisten die Flotilla of Hope, eine Segelreise zweier australischer Jachten von Sydney nach Nauru, um friedlich gegen das australische Flüchtlingslager in Nauru zu protestieren.
Die neue Regierung unter Scotty befindet sich in einem Dilemma: Sie setzte sich zu dem Absicht, das Flüchtlingslager zu schließen, jedoch warnte Harris kurz nach seiner Abwahl vor diesem Schritt, da sonst keine Einnahmen mehr bestünden. Die Wirtschaft wäre dann am Boden, der Staat bankrott. Harris, der Parlamentsmitglied blieb, forderte vorgezogene Neuwahlen des Parlaments, denn momentan reiche ein unsicherer Parlamentarier, um die ganze Situation wieder umzukehren.
Im August 2004 wurde eine australische Studie veröffentlicht, die besagt, Nauru habe zwei Möglichkeiten: es könne "ein von Armut und Krankheit geplagter Bettler und Aussätziger in dem Pazifik werden oder sich für ein gesundes und bescheidenes Leben entscheiden". Das ist so zu interpretieren, dass Nauru die Souveränität als Republik aufgeben und Teil Australiens, Neuseelands oder Fidschis werden solle. Die Studienverfasserin Helen Hughes befand Nauru indes für erledigt, wenn nicht drastische strukturelle Änderungen auf den Weg gebracht werden, die entscheidend sind, um den wirtschaftlichen Niedergang abzuwenden und wieder politische Stabilität herzustellen.
Derweil erklärten sich beim Pacific Islands Forum die Nachbarstaaten bereit, Nauru bei seiner schwersten Krise seiner Geschichte finanziell zu unterstützen. Ob diese Hilfe der vor dem Bankrott stehenden Inselrepublik noch etwas nützt, ist zur Zeit (September 2004) völlig unklar.
Buch-Tipp: Die Insel-Triologie: Die Insel-Trilogie Bd 1: Insel des Sturms: Bd 1 Einfach super !!! Diese Trilogie ist der Hit! Exakt wie alle anderen Trilogien (oder z. B. die Quinn - Saga) von N. Roberts. Man kann sich und die Zeit beim lesen völlig vergessen. Ich hatte beim lesen stets das Gefühl mittendrin zu sein in dem ganzen Geschehen, hab dazugehört. Man sollte einfach alle Trilogien von Nora Roberts gelesen haben.... |
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Nauru ist eine demokratische Republik.
Buch-Tipp: Die Insel. Grausam, aber absolut spannend! Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven.
Erstens ist es aus der Sicht eines 19-jährigen, pubertierenden, sex-geilen Jungen geschrieben und zweitens sind ziemlich harte Szenen beschrieben.
Darauf sollte man eigentlich grundsätzlich gefasst sein, wenn man Bücher von "Heyne Hardcore" oder allg. Laymon liest.... |
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Nauruische Gewaltenteilung
Das politische System besteht aus:
- dem Kabinett (Cabinet, Präsident und Minister; oberstes Glied der Exekutive)
- dem Staatssekretär (Chief Secretary)
- dem Parlament (Parliament, the House; oberstes Glied der Legislative)
- einem Parlamentssprecher und dessen Stellvertreter (Speaker/Deputy Speaker)
- einem Parlamentssekretär (Clerk)
- einem Staatsrichter (Chief Justice; oberstes Glied der Judikative)
- weiteren Richtern (Court Judges)
- dem Obersten Gericht (Supreme Court)
Das aus 18 Abgeordneten bestehende, einkammerige Nauruische Parlament, in Nauru auch "House" genannt, wird in der Regel alle drei Jahre gewählt. Es wählt unter sich einen Präsidenten, der üblicherweise nach den nationalen Parlamentswahlen von den neugewählten Parlamentsabgeordneten mit einer relativen Mehrheit gewählt wird. Der Präsident bebezeichnet danach meistens aus Parteigenossen in dem Parlament sein Kabinett, das aus 5 bis 6 Ministern besteht. Der Präsident ist gleichzeitig Staats- und Regierungschef.
Buch-Tipp: Die Kunst, Recht zu behalten. In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt. Ein altes, verstaubtes, unpraktisches Werk Schon zu Beginn erscheint der Text wie eine Zumutung - altgriechische Phrasen, lateinische Titel; ohne eine altphilologische Grundausbildung (sprich: ein winzigkleines Latinum und marginale Kenntnisse des Griechischen) macht das Werk zugegeben ca. halb so viel Spaß, da erwähnte lateinische und altgriechische... |
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Es gibt ein kleines Mehrparteiensystem; die zwei großen formalen Parteien sind die Oppositionspartei Naoero Amo und die ebenfalls opponierende Nauru Democratic Party. Eine weitere Partei ist die konservative Centre Party . Außerdem existiert eine informale Partei, die Nauru Party.
- Nauruische Zentralpartei , "Centre Party"; christlich-konservativ (informal)
- Naoero Amo, "Nauru First Party"; christlich-liberal (formal)
- Demokratische Partei Nauru , "Democratic Party" (formal)
- Nauru-Partei , "Nauru Party" (informal)
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Liste der Präsidenten seit der Unabhängigkeit | |
Die offizielle Präsidialresidenz war früher das State House in Meneng; das Gebäude wurde abgerissen und das Gelände dient seit 2001 als Flüchtlingslager für Asylanten in dem Nauru Detention Centre.
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Das nauruische Recht basierte auf dem britischen Gemeinschaftsrecht und auf Beschlüssen des nauruischen Parlaments. Entscheidungen werden durch das Oberste Gericht getroffen.
Das Oberste Gericht (Supreme Court) wird vom Staatsrichter (Chief Justice) präsidiert, welcher vom Präsidenten bestimmt wird. Rekurse gegen Urteile des Obersten Gerichts gehen an das Anhörungsgericht (Appellate Court), welches aus zwei Richtern besteht. Das Parlament kann keine gerichtliche Entscheide revidieren. Solche Rekurse sind jedoch relativ selten.
Das Amtsgericht (District Court) wird von einem Residentrichter (Resident Magistrate) vorgesessen, der auch der Standesbeamte des Obersten Gerichtes ist. Das Familiengericht (Family Court) wird auch vom Residentrichter als Vorsitzender eines Triumvirats präsidiert.
Es gibt noch zwei andere Quasigerichte, etabliert durch die Verfassung: Der Anhörungshof des öffentlichen Dienstes (Public Service Appeal Board) und der Anhörungshof der Polizei (Police Appeal Board). Beide werden vom Staatsrichter als Vorsitzender eines Gremiums mit zwei Mitgliedern jedes Hofes präsidiert.
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Nauru besitzt keine militärischen Verteidigungskräfte; gemäß einem informalen Abkommen ist der australische Bund für die Verteidigung der Insel verantwortlich. Dennoch sind über 3 Tausend Nauruer für eine Rekrutierung verfügbar und etwas weniger als 2 Tausend davon sind gesundheitlich in dem Stande für militärische Einsätze.
Naurus innere Sicherheit ist durch eine kleine Polizeieinrichtung unter bürgerlicher Kontrolle gewährleistet. Die schwersten hiesigen Gesetzesbrüche sind Autoraserei, Fahrraddiebstahl, Hausfriedensbruch und Unruhestiftung.
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Die Republik Nauru führt zur Zeit offiziell diplomatische Beziehungen mit Australien, China, Fidschi, Frankreich, Großbritannien, Indien, Island, Japan, Neuseeland und den Vereinigte Staaten Amerika.
Im August 1995 stellte Nauru zusammen mit Kiribati nach französischen Atomtests in dem Pazifik die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ein. Ende 1997 nahm Nauru die diplomatischen Beziehungen mit Frankreich wieder vollständig auf. Am 21.07 2002 brach Nauru, das bislang Taiwan offiziell anerkannt hatte, seine diplomatischen Beziehungen mit Taipeh ab und stellte sich auf die Seite der Volksrepublik China. Der damalige Präsident René Harris unterzeichnete in Hongkong eine gemeinsame Erklärung mit Chinas Vizeaußenminister Zhou Wenzhong. Mit dem Seitenwechsel Naurus wurde Taiwan ca. noch von 27 Staaten offiziell anerkannt.
Am 4. März 2004 unterzeichnete der nauruische UN-Botschafter Vinci Clodumar und der isländische Vertreter Hjà lmar Hannesson ein Abkommen für die Führung diplomatischer Beziehungen zwischen den Republiken Nauru und Island. Die Stabilität der isländischen Wirtschaft ist der dortigen Fischereiindustrie zu verdanken, und Nauru erhofft sich aufgrund der wachsenden Bedeutung der Fischereiindustrie in Nauru von Island Hilfe in dem Aufbau der eigenen Fischereiindustrie.
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Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | |
Nauru ist Mitglied der folgenden Organisationen: Asiatische Entwicklungsbank, Commonwealth, ESCAP, ICAO, ICC, Intelsat, Interpol, IOC, ITU, OPCW, Pacific Islands Forum, Pacific Community , Sparteca, South Pacific Forum, Vereinte Nationen, UNESCO, UPU, WHO
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In Nauru wird ein Prioritätswahlsystem gebraucht, bei dem die Wähler die Kandidaten ihres Wahlkreises in der Reihenfolge ihrer Priorität wählen. Eine Erstprioritätsstimme zählt eine ganze Stimme, eine Zweitprioritätsstimme zählt eine halbe Stimme, eine Drittprioritätsstimme zählt eine Drittel-Stimme.
Wählen kann jede Person, die die nauruische Staatsbürgerschaft besitzt, am Wahltag 20 Jahre oder älter ist und ihren Wohnsitz in Nauru hat. Um sich als Kandidat aufstellen zu lassen, muss man die erwähnten Bedingungen erfüllen und seine Nominierung mit seiner Unterschrift sowie den Unterschriften zweier oder mehrerer Wähler seines Distrikts spätestens 14 Tage vor dem Wahltag einreichen.
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Die letzten nationalen Parlamentswahlen fanden am 3.05 2003 statt. Sie wurden aufgrund des plötzlichen Todes des damals amtierenden Präsidenten Bernard Dowiyogo vorgezogen. Das nauruische Stimmvolk wählte aus insgesamt Kandidaten 18 Abgeordnete, wobei 3 von der Naoero Amo-Partei sind. Die restlichen 15 Gewählten sind parteilos. Nachdem die neugewählten Abgeordneten des Nauruischen Parlaments ihre Mandate angenommen und einen Sprecher gewählt hatten, standen drei Präsidentschaftskandidaten zur Wahl: Ludwig Scotty, Kinza Clodumar und Derog Gioura, der Interimspräsident. Nach dem ersten Wahlgang hatte jeder Kandidat sechs Stimmen, was zu einem dreiwöchigen politischen Stillstand führte. Erst als am 20.05 Derog Gioura eine Herzattacke erlitt und somit ausschied, konnte Ludwig Scotty in dem zweiten Wahlgang mit 9 zu 7 Stimmen gegen Kinza Clodumar die Wahl für sich entscheiden.
Vorangegangene Wahlen fanden statt:
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Nauru ist eine Koralleninsel in dem Pazifischen Ozean bei 0° 32' südlicher Breite und 166° 55' östlicher Länge. Sie ist ein typisches angehobenes Atoll auf der Spitze eines alten Vulkankegels. Der Korallenstock, auf dem sich Nauru befindet, steigt aus einer Tiefe von ungefähr 2 Tausend Metern unter dem Meeresspiegel auf und erreicht eine maximale Höhe von 61 Metern über NN. Jener höchste Punkt befindet sich entlang einer Plateaukante in dem Westen, ist jedoch nicht benannt. In dem Vergleich mit anderen Atollen hat Nauru eine sehr kleine Lagune. Einen Kilometer von der Küste entfernt beträgt die Meerestiefe bereits mehr als 1 Tausend Meter, und der Steilhang reicht bis auf den Meeresboden. Bis auf einen schmalen Küstenstreifen wurde der innere Teil der Insel von Phosphat (Nauruit) bedeckt, der sich aus den Exkrementen von Seevögeln bildete. Etwa knapp 2 km2 der Insel sind bewaldet.
Aufgrund der Lage Naurus in unmittelbarer Nähe des Äquators sind die Temperaturen ganzjährig ausgeglichen mit etwa 27,5° monatlicher Durchschnittstemperatur. Die Passatwinde wehen das ganze Jahr Niederschläge zur Insel, die sich in dem Jahr auf 1900 mm belaufen. Landwirtschaft wird durch das poröse Kalkgestein erschwert, da das Wasser sehr schnell versickert.
Nauru ist von der globalen Erwärmung direkt betroffen, da die Insel bei weiterem drastischen Anstieg des Meeresspiegels in dem Ozean zu versinken droht. Die Regierung hat diesbezüglich bereits mehrmals bei der UNO die Dringlichkeit der Angelegenheit dargelegt und einige Treffen mit den Vereinigte Staaten Amerika und anderen Industrienationen gefordert.
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Auf Nauru gibt es keine großen Tiere. Die einzigen Landtiere, welche dauerhaft in Nauru leben, sind neben Insekten einige Seevögel wie der Bindenfregattvogel und streunende Kleintiere wie Hauskatzen, Hunde und Schweine, die von der Bevölkerung aus dem Ausland mitgebracht wurden. Auf der Insel kommt ca. eine einzige Singvogelart vor, der Nauru-Rohrsänger (Acrocephalus rehsei), welcher auf Nauru endemisch ist.
Die Insel hat einen breiten Flachwassersaum, der bei Niedrigwasser fast völlig trockengelegt ist, wo Seeigel, verschiedene Mollusken und Krabben leben, sowie Korallen wachsen. Daran schließt sich landwärts der Gürtel des schneeweißen Strandes aus Korallensand an. Hier wachsen Kokospalmen, lichtes Gehölz und Pandangbüsche. Diese periphere Landschaftszone ist vom Menschen stark verändert worden. Hier verläuft die ringförmige Küstenstraße, stehen Gebäude und wurden Grünanlagen gepflanzt.
Wesentlich besser erhalten geblieben ist die natürliche Landschaft an den Hängen der zweiten Hochterrasse und des alten Riffs. Hier dehnen sich lichte Wälder aus Kokospalmen, Ficus, Calophyllum und Hibiscus. Auf dieser zweiten Terrasse wurden früher auch die größten Kokospalmenpflanzungen angelegt. Naurus Kirsch-, Feigen-, Mandel- und Mangobäume sind längst abgeholzt. Für das Innere der Insel ist der schroffe Unterschied zwischen den unbelebten Räumen der Tagebaue und den übrigen Flächen, wo die natürliche Landschaft erhalten geblieben ist, nennend. Die höheren Lagen werden von lichten Gehölzen aus Hartlaubhölzern eingenommen, unter denen Calophyllum, ein mittelhoher Baum mit gewundenem Stamm und breiten Blättern, vorherrscht. Die Mulden und anderen Hohlformen tragen eine etwas andere Vegetation, die niedriger und dichter ist. Der Unterschied der Landschaft erklärt sich aus dem jeweiligen Wasserhaushalt der Böden. Trotz der hohen Niederschlagsmenge sind auf dem Plateau nirgends Spuren eines Oberflächenabflussesins Meer zu erkennen. Der Grundwasserspiegel liegt tief. Das Regenwasser versickert schnell in den lockeren Boden undins poröse Phosphatgestein. Daher wird der Boden rasch ausgewaschen und bleibt das ganze Jahr über trocken.
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Die Natur Naurus ist sehr eigenartig und außergewöhnlich: In dem Küstengürtel und am oberen Teil des unterseeischen Hangs wird eine Vielzahl von Mollusken und Krebstieren festgestellt. Man findet Helioporaria -Korallen mit einem leuchtend kobaltblauen Kalkskelett. Sie sind die einzigen Vertreter einer besonderen Ordnung der achtstrahligen Korallen, der Octocorallia . Die Helioporaria-Korallen haben ein ziemlich begrenztes Verbreitungsgebiet, das sich auf die Äquatorialzone mit Wassertemperaturen nicht unter 23 bis 24 Grad Celsius beschränkt. Als Temperaturgrenze der Steinkorallen gelten 20,5 Grad Celsius.
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Der bemerkenswerteste Teil in dem Innern der Insel sind fantastisch anmutende Kalksteinzacken und -pyramiden, die sich in den ausgebeuteten Phosphorittagebauen gebildet haben. Sie sind vier bis zehn Meter hoch, und zwischen ihnen ist ein ganzes Labyrinth von Kesseln und tiefen Mulden entstanden. Diese Landschaft ist derart seltsam, dass sich keinerlei Vergleiche finden lassen.
Der übrige Teil der Insel ist eine fast ebene Tafel. Das von Baggern abgebaute Phosphat wurde mit einer Schmalspurbahn abgefahren; eine seltsame, unbelebte Mondlandschaft blieb übrig. Die Steinzacken und -pyramiden haben keine Bodendecke und sind vegetationslos. Das Regenwasser läuft in den Mulden zusammen und versickert schnell durch den porösen Riffkalkstein.
Geografen, Geomorphologen und Geologen behandelten Relief, Boden und geologischen Bau der Insel und leiteten daraus eine sehr abwechslungsreiche Entwicklungsgeschichte ab: Das Nauru-Atoll existiert bereits seit sehr langer Zeit. Das ringförmige Saumriff aus Korallen des Tertiärs ist bis heute erhalten geblieben. In dem Paläogen, dem Alttertiär, lag der Boden der Lagune 60 Meter unter dem heutigen Meeresspiegel. In dem Miozän, einem Abschnitt des Jungtertiärs, wurde das Atoll stark angehoben, so dass der Boden der Lagune 10 Meter höher lag als der heutige Meeresspiegel. Wahrscheinlich unterlag die Oberfläche der Insel in dieser Zeit einer starken Erosion, wodurch ein Karstrelief geformt wurde.
Dies sind die heutigen Steinzacken und -pyramiden, die den Tagebauen ein derart seltsames Aussehen geben. In dem Anschluss daran wurde die Insel überflutet, und es bildete sich eine Seichtwasserlagune. In den Mulden und anderen Hohlräumen zwischen den Zacken des Riffkalksteins setzten sich mit Phosphor angereicherte Sedimente ab. Die Überflutung der Insel hielt längere Zeit an. Dabei erfuhren die Lagunensedimente beträchtliche Veränderungen, die möglicherweise dazu beitrugen, dass sich die in den Sedimenten enthaltenen Karbonate auflösten, und dass die Sedimente mit Phosphorverbindungen angereichert wurden.
Danach trat eine längere Periode der Hebung der Insel ein, der Boden der früheren Lagune trat aus dem Wasser hervor, und Pflanzen begannen die Insel zu besiedeln. Gegenwärtig liegt der gesamte innere Teil der Insel zwanzig bis dreißig Meter über dem Meeresspiegel. Es ist ca. eine kleine Vertiefung erhalten geblieben, die von einem See - der Buada Lagune - eingenommen wird. Dieses von der geologischen Geschichte der Insel Nauru entworfene Bild enthält zwei strittige Punkte:
Etwas zweifelhaft ist die Erklärung, die für die Entstehung des eigenartigen Reliefs gegeben wird. Außer der Vermutung, dass es eine starke Verkarstung gegeben hat, dass also die Riffkalke gelöst worden sind, lässt sich noch eine andere Auffassung vertreten. Am Strand und in dem steinigen Flachwasser gibt es besonders an der Ostseite der Insel recht viele als "Zeugen" erhalten gebliebene kleine Steinsäulen. Sie sind merkwürdig geformt und haben sich infolge der Zerstörung des Riffmassivs durch die Meereswogen gebildet. Man kann sich vorstellen, dass der gesamte Seichtwasserteil der Inseloberfläche in Hebungsperioden einer intensiven Bearbeitung durch die Wellen unterworfen war. Dieser Raum war nicht geschützt, jedenfalls hat es im ringförmigen Riff sehr breite Durchlässe gegeben. Die weitere Hebung der Insel hat dann lediglich zur Folge gehabt, dass die vorausgegangene Ausspülung fortgesetzt wurde, wobei das Regenwasser die als Reste stehen gebliebenen Steinsäulen und Steinzacken geglättet hat.
Der zweite strittige Punkt ist die Entstehung der Phosphorite . In den Tagebauen und an Stellen, wo der so genannte Nauruit zutage tritt, kann man erkennen, dass die Schicht der Phosphoritsedimente kompliziert gebaut ist. Am typischsten ist das Bild zerstückelter Trümmer von unterschiedlicher Größe: teilweise Krusten und Schollen von einem Meter Durchmesser, zumeist kleinere kantige Trümmerstücke, seltener abgeschliffene Phosphoritnieren, die mit Feinerde vermischt sind. Dieses ganze Material ist nicht sortiert und sehr verschiedenartig. Demnach ist die ursprüngliche Anhäufung von Phosphorit, der sich gewöhnlich in Flachwasser nachdem Tod von großen Planktonmassen bildet, bei starker Erosion und mehrfacher Umlagerung, wiederholt umgeformt worden.
In der komplizierten und langen Geschichte der Insel hat es zweifellos auch Perioden gegeben, in denen starke Taifune über sie hinwegzogen. Dann erfolgten eine sehr intensive Auswaschung und Umlagerung des Trümmermaterials. Derartige katastrophale Veränderungen sind auch von heutigen Atollen beschrieben worden. In jedem Fall wird dann darauf hingewiesen, dass auf der Insel und in dem Flachwasser an der Küste riesige Massen von Trümmermaterial umgelagert und umgeformt worden sind. Dabei wurde die Feinerde auf die offene See hinausgetragen, während die größeren Stücke, vorwiegend Phosphoritknollen und Bruchstücke der durch Tropfen entstandenen Krusten, auf der Insel blieben. Geröll und Bruchstücke wurden in den Hohlformen des Reliefs festgehalten, und in einem verkarsteten Relief füllten sie vor allem die Mulden und Taschen zwischen den Zacken und Pyramiden aus Riffkalk.
Zur Entstehung des Phosphatgesteins existiert noch eine andere Version, die aber als wahrscheinlicher angesehen wird: Der Verwitterung ausgesetzt, bildeten sich im löslichen Kalkgestein an der Oberfläche tiefe Trichter und spitze Kegel, ideale Nistplätze für Seevögel. In dem Laufe von Hunderttausenden von Jahren häuften sich die Exkremente von Millionen und Abermillionen von Seevögeln in den Trichtern und bedeckten schließlich fast die gesamte Insel meterhoch. Der Guano, wie die Ablagerungen von Vogelexkrementen genannt werden, wandelte sich mit der Zeit unter dem Einfluss der Witterung zu Kalziumphosphat von höchster Reinheit um. Das Gestein enthielt teilweise über 90 Prozent reines Phosphat.
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Die Wirtschaft ist stets noch sehr abhängig vom Phosphatabbau.
Die Landwirtschaft ist wegen des porösen Bodens und der unregelmäßigen Regenfälle auf die Küstenzone beschränkt, wo Kokospalmen, Bananen, Ananas und etwas Gemüse angebaut werden. Landwirtschaft und Fischerei sind jedoch von untergeordneter Bedeutung. Man versucht nun, die Korallenfelsen der abgebauten Phosphatfelder wegzuräumen und Humus aufzutragen, um die landwirtschaftlichen Flächen auszudehnen. Schätzungsweise 20 Prozent aller Bewohner betreiben mittlerweile in ihren Gärten landwirtschaftlichen Anbau. In dem Phosphatbergbau arbeiten trotz fast versiegter Förderung noch stets knapp die Hälfte der Erwerbstätigen. Nauru verfügte über ein Phosphatvorkommen mit dem höchsten Gehalt der Welt. Es hatte sich durch chemische Prozesse in dem Laufe von Jahrmillionen aus den Exkrementen von Seevögeln (Guano) gebildet, die auch heute noch in großer Zahl bei ihren saisonalen Wanderungen Nauru als "Basis" nutzen. Rund 75 Prozent des BSP wurden durch den Export dieses Rohstoffes erwirtschaftet. Seit 2000 wird ca. noch sehr wenig abgebaut.
Der Industriesektor spielt eine kleine Rolle. Der einzig größere Arbeitgeber ist die staatliche Phosphatraffinerie.
Der Dienstleistungssektor hingegen ist mit rund 35 Prozent der Beschäftigten ein weiterer wichtiger Pfeiler der nauruischen Wirtschaft. Hauptarbeitgeber sind die Verwaltung der Phosphatminen (Nauru Phosphate Royalties Trust) sowie die staatliche Reederei (Nauru Pacific Line) und die nationale Fluggesellschaft (Air Nauru), die gelegentlich ihren Betrieb einstellt, da sie sich häufig den Treibstoff oder Reparaturen nicht leisten kann. Beide werden allerdings stark vom Staat subventioniert.
Als einziger Wirtschaftszweig für die Zukunft bleibt die Fischindustrie. Da die chronische Wasserknappheit ein großes Problem ist, wird eine Meerwasserentsalzungsanlage gebaut. Die Hauptaufgabe bezüglich der Zukunft bestand darin, den hohen Lebensstandard auch ohne die Einnahmen aus den erschöpften Phosphatvorkommen zu sichern. Zu diesem Zweck hatte die Regierung einen Kapitalfonds gebildet, der Immobilien und Aktien in den pazifischen Nachbarstaaten sowie in den Vereinigte Staaten Amerika und Australien erwirbt, so erwarb man einen Wolkenkratzer in Melbourne, das Nauru House, das dort abschätzend "birdshit tower" genannt wird. Außerdem bemühte sich die Nauru Finance Industry, den Inselstaat durch erhebliche Steuervergünstigungen zu einem Steuerparadies für die internationale Geschäftswelt zu machen.
Wegen gravierender Fehlinvestitionen und korrupter Geschäfte der Regierung verlor der Staat fast seinen gesamten Reichtum und der hohe Wohlstand schwand. Beispielsweise finanzierte der Staat ein erfolgloses Musical in London, das nach der Premiere sofort abgesetzt wurde, oder man leistete sich eine überflüssige Universität in Ewa. Löhne werden zurzeit teilweise nicht bezahlt, der Abfall häuft sich an; der Staat hat riesige Schulden zu bezahlen und steht vor dem Bankrott. Außerdem fällt Nauru unangenehm auf als "Gefängnis" für afghanische Asylanten, die von der australischen Regierung noch voraussichtlich bis Juni 2005 in dem Nauru Detention Centre festgehalten werden.
Die Hoffnung Naurus beruht auf Zahlungen Australiens, die vor der Unabhängigkeit Naurus die Phosphatvorkommen ohne Gegenleistung ausgebeutet hatten. Außerdem entlohnt Australien Nauru für die Festhaltung der Flüchtlinge; diese Zahlungen machen momentan fast das gesamte Staatseinkommen aus. Zusätzlich versucht Nauru, seine Gläubiger (unter anderem General Electric) und die UNO von der Notlage zu überzeugen und bittet diese um Erlass der Schulden sowie um Subventionen seitens der UNO.
Distrikte Denigomodu (oben) mit den Unterkünften der Fremdarbeiter, und Nibok (unten)
Die Beschäftigten der früheren Phosphatmine sind fast ausschließlich Fremdarbeiter aus Kiribati, Tuvalu, den Philippinen, Hongkong, Australien und Neuseeland. Die Fremdarbeiter und deren Familien stellen rund 40 Prozent der Inselbewohner.
Bis 2001 war die medizinische Behandlung kostenlos; keine Steuern und Dienstleistungen waren zu bezahlen; der größte Teil der üppigen Einnahmen aus dem Phosphatbau wurde dem nauruischen Volk zur Verfügung gestellt. So lebten die Nauruer ihre meisten Tage sorglos; viele hatten keinen geregelten Tagesablauf. Man vertrieb sich die Zeit mit dem Fangen und Züchten von Fregattvögeln. Der Alltag bestand fast ca. aus Freizeit. Jeder Nauruer hatte drei Autos für 30 Kilometer Straße und ein eigenes Motorboot. Man flog einmal wöchentlich nach Australien, um sich mit den neusten Errungenschaften der Technologie einzudecken. Es wurden viele Feste gefeiert und viel Ungesundes wurde gegessen und getrunken, sodass heute nahezu die Hälfte der Nauruer fettleibig und/oder zuckerkrank ist.
Mit dem Reichtum schwanden auch die kostenlosen Dienstleistungen. Die Regierung konnte die medizinische Behandlung nicht mehr gratis zur Verfügung stellen und auch Steuern müssen nun bezahlt werden.
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In Nauru gibt es keine Flüsse; jedoch wurden einige Kanäle künstlich angelegt. Die Kanäle sind vorwiegend künstlich errichtete Öffnungen in dem Saumriff, welcher die ganze Insel umrundet. Durch diese Kanäle gibt es vermehrt Möglichkeiten, mit Booten und Jachten an- und abzulegen.
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- Ganeno
- Ganiamwe
- Ganibawo, bei Boe
- Ganiwuro
- Ganokwang
- Gatoe
- Gonge, bei Ewa (auch Onge)
- Gonokwoy
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Das Straßennetz umfasst total 41 km; 29 km sind befestigte Asphaltstraßen, wovon 17 km die die Insel umrundende Küstenstraße sind. Die übrigen etwa 12 km sind unbefestigte Straßen, welche in das Zentralplateau führen und vor allem für Phosphatminen-Zwecke genutzt werden.
Das Bahnnetz umfasst 5 km; das Streckennetz ist eine Schmalspurbahn und bedient das Phosphatabbaugebiet und verläuft von der Sammelstelle in dem Westen von Anibare zur Aufbereitungsanlage in Aiwo.
Der öffentliche Verkehrtransport ist durch Busse gewährleistet, welche bei den Hotels in Aiwo und Meneng, beim Flughafen in Yaren, beim Krankenhaus in Denigomodu und beim Nauru College in Ewa halten. Mietwagen sind beim Menen Hotel gegen Vorweis eines Führerscheins erhältich.
Der internationale Reiseverkehr ist durch einen internationalen Flughafen (Nauru International Airport) und einem internationalen Seehafen (Aiwo Harbour ) gewährleistet. Die Flugzeit zwischen Frankfurt (FRA) und Yaren (INU) beträgt mit Zwischenaufenthalten etwa 30 Stunden. Die gefahrenreiche Küste zwingt kommerzielle Schiffe, in einiger Entfernung von der Insel anzulegen.
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Bevölkerungspyramide in Nauru (2004)
Die etwa 12.800 Bewohner Naurus setzen sich zu 61,7 Prozent aus Nauruern, 25 Prozent Kiribatiern und Tuvaluern , 8 Prozent Chinesen und Vietnamesen sowie 5 Prozent Europäern und Neuseeländern zusammen. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit 62 Jahren (Männer 58,8, Frauen 66,1 Jahre) relativ niedrig, was auf die ungesunde Ernährung und die hohe Verbreitung von Diabetes zurückzuführen ist. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,87%; 38,2 Prozent der Bevölkerung sind 0-14 Jahre alt, 60 Prozent zwischen 15 und 64 Jahre und 1,9 Prozent älter als 64. Die Kindersterblichkeit liegt bei 1,014%. Die Fruchtbarkeitsrate beträgt 3,61 Geburten pro Frau. Die Geburtenrate liegt bei 2,73 Geburten, die Sterberate 0,72 Sterbefälle pro hundert Einwohner. Die Urbanisierung liegt bei 48 Prozent, die Alphabetisierung bei 99 Prozent, die höchste Rate in Ozeanien, was der Investition der Regierung in die Erziehung zu verdanken ist. Auf einen Arzt kommen etwa 700 Einwohner.
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In Nauru lebten einst zwölf Stämme: die Deiboe, Eamwidamit, Eamwidara, Eamwit, Eamgum, Eano, Emeo, Eoraru, Irutsi, Iruwa, Iwi und Ranibok. Sie sind heute in dem zwölfzackigen Stern der Staatsflagge verewigt, ihre Nachkommen leben noch stets auf Nauru, ordnen sich aber nicht mehr dem Stamm, sondern dem Distrikt zu, im sie wohnen. Eine Besonderheit ist der Stamm Iruwa, der ursprünglich von den Gilbertinseln stammt, also nicht gebürtig nauruisch ist. Weitere Ausnahmen bilden die Stämme Irutsi und Iwi, von denen es keine Nachkommen gibt. Sie sind vermutlich während der Besetzung Naurus durch Japan in Chuuk ausgestorben. Dass dabei ausgerechnet diese zwei Stämme ausstarben, ist Zufall.
Ein gemeinsames Oberhaupt über alle Stämme gab es nicht. Jeder Stamm hatte seine eigene Abstammungsgeschichte. Jeder Stamm zerfiel noch in einige Familien, von denen jede ein besonderes Wappen besaß. Diese Stämme verteilten sich auf vier verschiedene Rangklassen namens Temonibe, Emo, Amenengame und Engame; daran schlossen sich zwei besitzlose Klassen an, die Itsio und die Itiora. Bestimmend für die Zugehörigkeit zu einer Klasse war immer die Klasse der Mutter. Bis zur Geburt eines Sohnes, der die Rangklasse der Mutter besaß, traten vorher geborenen Töchter in die gleiche Klasse ein, die nachfolgenden Kinder gehörten den nächstfolgenden Klassen an. Einige Temonibe hatten die Rechte über das Riff und Teile des tiefen Wassers; gegen Abgaben gestatteten die Temonibe die Fischerei.
Die Siedlungen lagen damals bereits an der Küste; ca. wenige befanden sich bei der Buada-Lagune. Die Insulaner wohnten in aus zwei bis drei Häusern bestehenden Gehöften; mehrere Gehöfte schlossen sich zu Dörfern zusammen, die teilweise unmerklich ineinander übergingen. Insgesamt gab es 168 Dörfer. Eine Anzahl Dörfer bildeten einen Gau, von denen es insgesamt 14 gab; diese damaligen Gaue sind die heutigen Distrikte.
Zu jedem Gehöfte gehörte eine Reihe von Grundstücken und teilweise Besitzanrechten an den Fischteichen der Buada-Lagune. Jedes Grundstück hatte einen besonderen Namen und durfte in Erbpacht gegeben werden. Dieser persönliche Besitz wurde durch Grenzsteine und Erdwälle festgelegt. Ferner gehörten zu dem persönlichen Besitz Geräte und Werkzeug sowie Schmucksachen, Fregattvögel, Möwen, Hunde, Schweine, und Palmen, die äußerlich besondere Erkennungsmarken trugen.
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Die Verdrängung der herkömmlichen Kultur durch zeitgenössische, westliche Einflüsse ist auf Nauru sehr deutlich sichtbar. Ca. wenig ist von den alten Sitten und Bräuchen erhalten geblieben. Kaum jemand kennt noch alte Lieder. An ihre Stelle ist zeitgenössische Musik getreten, wie sie die Nauruer in dem Rundfunk hören.
Die Traditionen des Kunsthandwerks sind fast gänzlich verloren gegangen. In dem Alltagsleben hat sich fast nichts Althergebrachtes erhalten. Die Einwohner tragen die übliche Tropenkleidung: kurze Hosen und leichte Hemden. Noch am ehesten wird wohl der Fischfang in der traditionellen Art ausgeübt. Immer kann man nahe der Insel Angler beobachten, die in kleinen leichten Booten geduldig darauf warten, dass ein Fisch anbeißt. Erhalten geblieben ist auch die Sitte des Fischfangs mit Hilfe von dressierten Fregattvögeln. Diese stehen in Nauru als Nationaltier unter besonderem Schutz und werden ca. zu dem Fischfang und teilweise noch zur Übermittlung von Briefen gehalten.
Bei Radio Nauru hat man zahlreiche Aufzeichnungen mit hiesiger Volksmusik gesammelt. Aber selbst alte Menschen können nicht stets den Inhalt dieser Lieder verstehen. In Nauru ist klar zu erkennen, wie rasch das Traditionelle seinen Platz an das Zeitgenössische abtritt. Bemerkenswert ist auch die enorm hohe Rate der Diabetespatienten: je nach Altersgruppe ist jeder zweite oder dritte Nauruer zuckerkrank. Die Gründe dafür sind einfach: Die Nauruer sind ein Volk, die in ihrer Frühgeschichte viele Hungerperioden überleben mussten und dadurch wenig Nahrung brauchten. Diabetes war nicht bekannt; der erste Fall datiert von 1925. Mit dem Reichtum in den 1970er-Jahren konnte sich jeder Nauruer mehr als satt essen, worauf wegen der genetischen Veranlagung schon bald viele fettleibig und auch zuckerkrank wurden. Heute stellt Nauru die global höchste Diabetesrate.
Die wenige indigene Kultur, die noch übrig geblieben ist, ist ähnlich wie auf allen Inseln Mikronesiens |
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